Katzen haben oft Rücken- und Gelenksprobleme

Unsere Stubentiger versuchen leider immer, ihre Schmerzen zu verstecken. Sie verbergen ihre Schmerzen – oder vermeiden schmerzhafte Bewegungen mit ihrer Geschicklichkeit auf ihren Samtpfoten, dass ihr Mensch es nur schwer erkennt!

Wie erkenne ich, ob meine Katze Schmerzen hat?

Symptome für Schmerzen bei einer Katze zeigen sich etwas anders als beim Hund. Mit der Katze geht man nicht spazieren: die Katze entscheidet selbst, wie und wie lange sie sich bewegt und welche Wege sie nimmt. So kann eine Katze ihre Schmerzen im Bewegungsapparat lange verbergen.

Leider bleiben so oft nur weniger spezifische Anzeichen, um zu erkennen, dass eine Katze unter Schmerzen leidet. Ihre Kombination hilft.

Symptome für Schmerzen bei Katzen:

  • aufgestelltes Fell
  • Zuckende Haut am Rücken ohne Grund oder bei Berührung, besonders wenn es bei bestimmten Bewegungen oder Haltungen immer wieder vorkommt.
  • Die Katze möchte nicht mehr hochspringen.
  • Die Katze nimmt Umwege, um ihre gewohnten Plätze einzunehmen (Vermeidung bestimmter, schmerzhafter Bewegungen)
  • Sie wird ruhiger und bewegt sich allgemein weniger.
  • Sie schreit tags oder nacht.
  • Sie beißt sich in die Gliedmaßen oder Schwanz.
  • Sie leckt sich das Fell ab – unaufhörlich, wie panisch und ohne ersichtlichen Grund.
  • Die Katze rennt “wie verrückt” von jetzt auf gleich durch die Wohnung.
  • Lahmen, Hinken oder Humpeln sind eindeutige Anzeichen für Schmerzen im Bewegungsapparat, auch bei einer Katze.

Fallbeispiel:

Vor vier Wochen hatte ich den Kate “Leon” bei mir in der Praxis.

Ihm wurde schon vor einem Jahr der Schwanz amputiert, weil er diesen grundlos immer wieder gejagt und danach hinein gebissen hat. Der Schwanz war damals offen und bis auf den Knochen aufgebissen. Sein Schwanz, dieses für eine stolze Katze so wichtige Körperteil, war nicht mehr zu retten. Nach der Amputation wurden die Symptome aber nicht besser! Noch immer jagte der Kater seinen Schwanz-Rest wie panisch.

Meine Befundung bei einer Physiotherapie als Versuch, wenigstens den Schwanz-Rest retten, ergab, daß bei Leon die komplette Brustwirbelsäule blockiert war: es fand keine Bewegung mehr nach links statt. In der Muskulatur Rückenmuskulatur hatten sich Triggerpunkte gebildet (feste, schmerzhafte Verspannungen der Muskelfasern).

Die Wirbelblockaden und Triggerpunkte hatten seine Spinalnerven (Rückenmarksnerven) gereizt. Diese Nervenschmerzen strahlten bis in den Schwanz aus: mit der Folge, dass er ihn abknabbern wollte.

Man sieht hier wie stark Katzen ihre Schmerzen verbergen und versuchen diese loszuwerden. Wenn es sein muss, würden sie auch versuchen, sich eine Pfote abzuknabbern. (Übriges können die Nervenreizungen durch eine solche Wirbelblockade auch zu einem seltsamen Kribbeln führen, das beim Menschen als “Ameisenlaufen” bekannt ist. Wenn man sich vorstellt, dass ein so reinliches Tier wie eine Katze ein solches Gefühl auf der Haut hat, werden die Putz-Attacken, die bis zur Selbstverstümmelung gehen, verständlicher.

Glücklicherweise haben Katzen einen schnellen Stoffwechsel. Sie genesen schnell, wenn man ihnen durch z.B. Physiotherapie hilft. Es ist erstaunlich, die Erfolge bei Katzen oft schon nach einer Behandlung zu sehen.

Leon hatte über 2 Jahre diese Probleme, die zu eine Amputation führten. Nach 2 Behandlungen war er schon fast symptomfrei. Natürlich muss man jetzt die Augen aufhalten und rechtzeitig reagieren, wenn die Symptome wiederkehren. Leon kommt jetzt nach Bedarf, so dass er ein aktives Katerleben mit seinen drei Gefährten weiterhin führen kann.